15. Mai 2013

Ich träume vom Sommer.
Ich träume von einem kühlen Drink zur blauen Stunde. Ich träume von Musik, die durch die Lüfte weht. Ich träume von funkelnden Sternen in einer Sommernacht. Ich träume von Glühwürmchen, die durch die Dämmerung flirren. Ich träume von samtener Dunkelheit, die mich in ihren Armen wiegt.
Gestern noch lag düster die eisheilige Kälte über den grüner werdenden Wiesen. Heute morgen stand plötzlich dann eine hellstrahlende, warme Sonne am blauen Himmel. Mit ihr kam eine Ahnung von Sommer und ein kleiner schwarzer Sommernachtstraum zum heutigen Me Made Mittwoch.

Das kleine Schwarze ist ausschließlich mit der Hand genäht. Der schnörkellose Schnitt stammt aus dem von mir so vielgeliebten Alabama Studio Sewing & Design. Schnell sind die vier Teile aus Baumwolljersey mit einem Steppstich zusammengesetzt.

Die doppelten Nähte sind ein wahres Wunder an Stabilität, denn anders als es das Bild vermuten lässt, sitzt dieses Stückchen ganz nah an der Figur. Ohne Haken, Ösen oder Reißverschluß windet man sich hinein in diesen Traum vom Sommer. Schlicht und nur mit Ziernähten an Hals und Ärmel, bezaubert das Kleid mit zarten Rüschen, die den Saum so allerliebst umkränzen.

Ich träume nicht mehr den Sommer, denn ich weiß jetzt sicher, dass seine Ankunft naht. Mit hinreißender Musik und leichter Heiterkeit, mit zauberhaftem Flirren und samtener Zärtlichkeit wird er mich in meinem kleinen Schwarzen zum Tanz entführen in einer blauen, lauen, traumhaften Sommernacht.
Nikki+++
PS: Noch mehr ahnungsvolle Sommerträumerinnen tummeln sich heute hier.
13. Mai 2013

An manchen Handarbeitsprojekten sitze ich so lange, dass sie schon beinnahe unzeitgemäß erscheinen. Über Monate habe ich an diesem Loop aus Resten getrickt, habe mir beinahe hämisch zu nennende Bemerkungen anhören müssen, wann ich denn den noch tragen wolle, wo doch der Frühling so unmittelbar vor der Tür stünde. Schweißperlen würde es mir auf die Finger treiben, wenn ich noch länger an diesem kuschelwarmen Strickdings herumwerkelte.
Nun ja, die weisen Leute haben wohl nicht damit gerechnet, dass der Frühling zwar vor der Tür stehen, aber nicht hereinkommen würde. Die alte Bauerregel war wohl auch nicht mehr so ganz präsent, dass man vor den Eisheiligen Tomaten und Zuchini nicht ins Freie pflanzt und vorallem Schal und Mütze nicht in den Schrank legt.
Die gestrengen Herren, wie man die Eisheiligen auch nennt, haben uns am Wochenende ordentlich umgetrieben und just am kältesten der Tage wurden er dann endlich fertig, mein Halsschmeichler in gestreift. Servatius und ich, wir waren heute beste Freunde, denn hätte er die Temperaturen nicht unter zehn Grad gesenkt, wäre das schöne Strickprojekt ohne Bewunderung zu erfahren im Schrank verschwunden und bis zum Herbst nicht mehr aufgetaucht.
Aber, um nun noch etwas Mut zu machen, der Loop wird jetzt ein halbes Jahr im Sommerschlaf verbringen. Die eisheiligen Tage sind ein Ende mit Paukenschlag, was viel zu lange währte wird endlich Frühling!
Nikki+++
PS: Mit Nadel 4,5 aus Resten einen Schal in rechten Maschen stricken, bis er zweimal um den Hals gewunden werden kann, zusammennähen und kuscheln!
12. Mai 2013

Wenn der Sonntag bereits vor dem Achtuhrläuten mit Rumoren in der Küche beginnt, dann kann es nur ein ganz besonderer Morgen werden. Wenn der Kaffee zu duften beginnt, ohne dass ich nur eine Zehe unter der Decke hervorgereckt hätte, dann muss es nicht nur Sonntag, sondern ein Feiertag sein. Wenn dann die Stimmen hinter meiner Tür nur noch mühsam das Kichern unterdrücken, dann bin ich mir sicher, es muss heute der Tag sein, der auch mich vor langer Zeit immer in eine ganz spezielle Aufregung versetzte. Denn was gibt es Schöneres, als einmal im Jahreslauf dem Menschen Staunen und Überraschung zu bescheren, der sonst immer für das Frühstück sorgt.
Ob des gar wenig feiertäglichen Wetters entschied man sich statt auszufliegen für die Tortenschlacht. Der Beitrag hier war eine Schokoladen-Buttercreme-Torte im Miniformat, wieder nach einem Rezept aus diesem Buch. Fein, cremig, süß reihte sie sich in den Reigen zwischen Rhabarberbaiser und Erdbeeren ein.
Herzwärmend dreisam begann er und mündete in süßen Genuß, vielstimmiges Gelächter und heitere Geselligkeit. Muttertag, so sollst du sein!
Nikki+++
9. Mai 2013

Sonnigsanfter Feiertagsmorgen, fruchtigfeines Feiertagssüß. “Gummibärchen!” ruft der Herr Erfinder und hört nicht auf zu naschen. Doch einige der rubinroten Würfel sollen noch übrigbleiben für die Freunde und den Besucher, die demnächst unser Haus beehren.
Warum nicht wegsperren, fragt ihr? Nun ja, das würfelige Süß braucht noch ein paar Tage Trocknen und Frischluft, um den Geschmack schließlich vollkommen zu entfalten. Da heißt es wachsam sein, umeinander schleichen und den unablässigen Stibitzern die Sitrn zu bieten. Hier das Rezept für die fruchtigsüßen Würfel, die selbst die größte Selbstdisziplin zu unterwandern wissen.
Zutaten: 200 g Rhabarber, geschält und gewürfelt, 200 g Erdbeeren, 2 Esslöffel Wasser, Saft einer halben Zitrone, ca. 400 g Rohrohrzucker
Rhabarberwürfel und Erdbeeren mit 2 Esslöffeln Wasser in einem Edelstahltopf erhitzen und zur Fruchtpüree einkochen. Die Masse entweder durch ein Sieb streichen oder, wie hier geschehen, mit einem Pürierstab fein pürieren.
Das Fruchtpüree abwiegen, mit der gleichen Menge Rohrohrzucker und dem Saft der halben Zitrone in einen möglichst breiten Kochtopf geben. Das Fruchtmus auf mittlerer Stufe unter ständigem Rühren solange dick einkochen, bis der Kochlöffel Spuren durch die Masse zieht.

Die Fruchtpastete auf einem geölten Pergamentpapier ausstreichen und ca. 48 Studen trockenen lassen. Die Masse in Würfel schneiden und die einzelnen Würfel in Rohrohrzucker wälzen. Auf einem Pergamentpapier weitere zwei Tage trocknen lassen. Sollten danach noch süße Fruchtwürfel übriggeblieben sein, in einem Schraubdeckelglas kühl und dunkel aufbewahren.
Sonnigsüßen Vaterfeiertag wünsche ich euch!
Nikki+++
5. Mai 2013

Früher Morgen, die Sonne blinzelt durch das Fenster, Frische draußen, freudiges Vogelgezwitscher, Sonntagsstille mit Fühlingstagsversprechen. Leise blubbert die Kanne auf dem Herd, Rhabarberbrot, bereits vom Vortag, wird mich sanft in den Morgen geleiten.
Bereits einmal an dieser Stelle stand das Versprechen, den Rhabarber im Mai in seiner Vielfalt auszuloten. Mal edel, mal raffiniert, mal klassisch und heute mal schnell. Das Rezept für den flugs gebackenen Kaffeebegleiter, leicht angepasst, kam ursprünglich von hier.

Zutaten: 3/4 Tasse Haferflocken, 1 Tasse Weizenmehl (Typ 1050), 1 Teelöffel Baking Soda, 2 Teelöffel Zimt, 1/2 Tasse gehackte Walnusskerne, 2 1/2 Tasse Rhabarber, geschält und in Stücke geschnitten, 3/4 Tasse Reissirup, 2 Esslöffel Ahornsirup, 2 Eier, 1 Tasse Kokosöl zerlassen.

Ofen auf 180°C vorheizen, eine Kastenform mit Backpapier auslegen. 1 Tasse Rhabarber mit zwei Eßlöffeln Ahornsirup 10 – 15 Minuten püreeartig einkochen.
Die Haferflocken im Blitzhacker fein zerkleinern. Haferflocken, Mehl, Gewürze, Baking Soda und Nüsse in einer Schüssel vermischen.
In einer anderen Schüssel Rhabarberpüree, Reissirup, Öl und Eier verschlagen. Flüssige und trockene Zutaten miteinander verrühren, in die Backform füllen und ca. 50 Minuten backen.

Mit Rhabarber-Curd von hier hinaus in den maihellen Frühlingstag!
Nikki+++
1. Mai 2013

Willkommen Mai mit deinen Farben! Ein halbes Jahr in Grau und Weiß, nun endlich, fast über Nacht, Frische, Farben, Genüsse wie nur der Mai sie bringt. Vielfalt für alle Sinne nach langer Eintönigkeit.
Rhabarber – kaum ein Obst oder Gemüse macht sich das Jahr hindurch so rar wie er. Meist findet man im kältesten der Monate noch frische Beeren im Supermarktregal. Rhabarber jedoch, er spriest ausschließlich nur im Mai und sein Geschmack ist damit umso köstlicher.

Vielgeliebt sind die bizarren Stangen hier ganz klassisch als Kuchen mit Baiser. Jedoch habe ich mich aufgemacht, die Vielfältigkeit dieser einmaligen Köstlichkeit aufzudecken. So präsentiert sich der Rhabarber zum heutigen Maianfang als Curd auf Shortbread in höchst edler Form. Schlicht, elegant und auf der Zunge ein Gedicht.
Die Zutaten und die Zubereitung für die maifarbene Eleganz lesen sich wie folgt:
Für das Rhabarberpüree 400 g Rhabarber in Stücke geschnitten, die Stangen dabei nur gewaschen, nicht geschält, um die rote Farbe zu erhalten mit 1/3 Tasse Rohrohrzucker mischen, 10 Minuten ziehen lassen. Mit einer 1/4 Tasse Wasser in einen Topf geben und bei mittlerer Hitze kochen, bis die Stücke zerfallen. Mit dem Passierstab pürieren. Für eine intensivere Rotfärbung einige Erdbeeren mitkochen. Das Püree abkühlen lassen.
Für das Curd 6 Eigelbe, eine Prise Salz und 3/4 Tasse Rohrohrzucker über dem Wasserbad verschlagen und erwärmen. Rhabarbermus und 1 Teelöffel geriebene Schale einer Biozitrone hinzugeben und weiterschlagen, bis die Masse wieder erwärmt ist. Dann die Butter in Stücken unterschlagen. Es soll eine cremige Masse entstehen. Rhabarber-Curd abkühlen lassen, in Gläser gefüllt hält es im Kühlschrank mehrere Wochen.

Für das Shortbreat 120 g Butter, 1 Tasse Mehl, 1/4 Tasse Rohrohrzucker und eine Prise Salz in einer Schüssel mit dem Rührgerät langsam verrühren, bis aus anfänglicher Krümelei ein glatter Teig entsteht. Den Teig in eine gefettete und bemehlte Springform drücken und 15 Minuten bei Raumtemperatur stehen lassen. Im vorgeheizten Backofen 20 Minuten bei 175°C backen.
Nach 20 Minuten das Shortbread aus dem Ofen nehmen und eine ca. 2,5 cm Curd-Schicht aufstreichen. Weitere 10 Minuten backen und abkühlen lassen. Zur besseren Schnittfestigkeit das Rhabarber-Curd Shortbread im Kühlschrank aufbewahren.

Lasst ihr mich eure Rhabarberlieblinge wissen? Genießt ihn sonnig, den Ersten des Wonnemonats!
Nikki+++
PS: Die Inspiration für Curd und Shortbread kam von hier.
25. April 2013

Diese Tage sind Wundertage: wunderschöner Blütenrausch vor meinem Fenster, wunderbarer Sonnenschein am Morgen, wundersames Erwachen des Gärtchens, und auch Fußballwunder, so hört man, überall. Welch Wunder also, dass der Worskhop gestern in der Messewerkstadt ein Blusenwunder war!
Acht mutige Damen fanden sich zusammen, den Frühling einzuleuten mit einer Bluse oder Tunika. Blumen rankten sich, Karos purzelten fröhlich, Farben sprossen auf den sommerleichten Stoffen. Meist lief es leicht von der Hand, der Schnitt erprobt von hier, die Passform anpassbar, der Nähaufwand im Rahmen eines Abends.



Danke meine Damen für die Blumen und die Blusen. Sie stehen euch gar wunderbar!
Nikki+++
24. April 2013
Strahlend der Tag, zaghaft noch, doch leuchtend das Grün. Alles beginnt, alles will raus, hinaus an die Luft, hinein in das Frühlingsleuchten. Welch besserer Tag, als dieser, die Tür zu öffnen und ein frisches Lüftchen wehen zu lassen.
Das Leben, es ergibt sich, schafft denkwürdige Momente, schließt unerhofft Kreise, es soll sein ohne dass man das Sollen hätte ahnen wollen.

An alter Stelle nun, in neuem Gewand, spaziere ich hinein mit meinen farbenfrohen Taschen, wo einst der graue Schreibtisch stand. Licht nun, wo immerwährend kühle Düsternis im Inneren des Hofes herrschte. Lachen nun, wo selten der Humor die Oberhand gewann. Unternehmerinnenmut, wo kalkuliertes Männergrau die Kreativität erstickte.
Das Kaufhauskollektiv ist eingezogen, wo einst das Zeitungsarchiv stand. Meine Taschen im Gepäck wollten Frischluft schnuppern, nach langer Pause, wollten leuchten mit all den anderen zauberhaften, farbenfrohen, frischen Schmuckstücken in diesem Frühling.

Drum solltet ihr demnächst durchs Städtchen flanieren, ein frisches Wehen in der Luft, dann schaut vorbei, gar findet ihr das ganz Besondere und gönnt es euch, das Frühlingsleuchten.
Nikki+++
PS: Kaufhauskollektiv in der neuen Hofstatt, München, Sendlinger Strasse, ab 24. April 2013 bis vorraussichtlich zum 20. Mai 2013 oder auch länger….
17. April 2013

Lang ersehnt, beinahe vergessen, über Nacht war sie da, die Sonne, mit warmem Schein und sanften Winden. Tiefblau der Himmel, strahlend die Tage, der Frühling brachte sich in Erinnerung mit Verve, nach einem gefühlten knappen Jahr der Dämmerung und Fröstelei. Das Kleiderschrankgedächtnis schlug Purzelbäume, wollte Leichtes und Helles und fühlte sich fast überfordert nach Monaten der warmen und gedeckten textilen Wahl.

Welch bessere Gelegenheit, als sich der Stoffsammlung zu widmen und Luftiges hervorzukramen. Baumwollbatist, als er mir in die Hände fiel, war er einfach nur schön, der Einsatzort noch völlig unbekannt. Der Schnitt, kürzlich entdeckt auf Reisewegen, die Variationen auch für Ungeübte leicht und schnell genäht.


Nun bauscht sich ein Wölkchen um mich herum, umhüllt mich mit Luftig, Licht und Blau. Trägt mich auch an kühleren Tagen durch den Frühlingshimmel, gibt mir Sonnenhoffnung, Sonnenpläne, Sonnenmut.
Nikki+++
PS: Mehr textiles Frühlingserwachen findet sich heute bei MeMadeMittwoch!
14. April 2013

Ich glaube fest, dass sich die Sonne in mein Gepäck geschlichen hat. Tatsächlich ging es vom Augenblick der Landung in der alten Welt mit dem Frühling rasch und stetig bergauf. Und so bescherte uns der heutige Tag gar ungestümes, ungebärdiges Frühlings-Gipfelglück.
Zu meiner Rückkehr begrüßte mich auch die neueste Sammlung (meist) süßer Rezepte von Cynthia Barcomi, der Meisterin ozeanübergreifender Backkunst: wahrliche Annäherung, köstlich verbindend die Gaumenfreuden von hier und dort.
Just blieb ich als erstes an den Corn Dogs hängen, ein eigentümliches, von Kindern westwärts sehr geschätztes Würstchen im Schlafrock. Und siehe da, die kleine Miss und der Herr Erfinder leckten sich die Finger und waren voll des Lobes ob dieser Schlemmerei zum Wochenende. Ich selbst beließ es lieber beim Schlafrock pur, ein Klecks Ziegenkäse und etwas Grün zu sonnenhellem Mais-Polenta-Käseküchlein.

Bleibt nur noch zu bemerken, dass Mut zu Neuem immer noch mehr Neues bringt. Gesellte sich doch kürzlich ein neuer Freund an meine Seite und zeigte mir, dass lang gehegtes Zieren und Zögern beim Richtigen sofort verblasst!
Nikki+++
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Hey!
I am Nikki and this is all about textile art, crafting projects, homemade kitchen delights, DIY inspirations, i.e. all things close to my heart.
Enjoy!
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